16. November 2005
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Heutzutage gehen Bedrohungen für die IT-Community nicht mehr in erster Linie von Viren, Würmern und Trojanern aus. Die Internet-Community sieht sich jetzt immer wieder aufs Neue ganz anderen Arten von Gefahren ausgesetzt. In letzter Zeit galt die größte Aufmerksamkeit zwar Phishing-Angriffen, man sollte dabei aber die allgegenwärtige Gefahr, die von sog. „Zombies“ ausgeht, nicht aus den Augen verlieren.
„Zombies“ sind Computer, die so manipuliert wurden, dass sie zum Ausführen von verteilten Denial-of-Service-Angriffen (DDoS) auf einem anderen Computer missbraucht werden können. Die Eigentümer dieser manipulierten Computer sind sich i. d. R. gar nicht bewusst, dass ihr Computer in ein Werkzeug verwandelt wurde, das zu gesetzwidrigen Zwecken eingesetzt werden kann.
Die manipulierten Computer werden schließlich dazu verwendet, um gleichzeitig unzählige - an sich harmlose - Befehle an einen Computer oder ein Netzwerk zu senden. Die bloße Menge der Befehle ist jedoch so groß, dass es zu einem Absturz des Computers oder des Netzwerks kommt und der Computer bzw. das Netzwerk folglich seine eigentlichen Aufgaben nicht mehr ausführen kann. Der erste Angriff dieser Art wurde im August 1999 an der University of Minnesota verzeichnet. Bald darauf waren allgemein bekannte Tools wie Tribe Flood Network (TFN) und Stacheldracht gang und gäbe. Seither wurden viele neue Tools veröffentlicht.
In der ersten Jahreshälfte von 2005 stieg die Zahl der verteilten Denial-of-Service-Angriffe um fast unglaubliche 680%. Die Gründe hinter diesen Angriffen sind meist wirtschaftlicher Art. Das Unternehmen, das Ziel des Angriffs ist, wird beispielsweise um Geld erpresst. Falls es den Forderungen nicht nachkommt, wird ihm ein DDos-Angriff angedroht, der große finanzielle Verluste für das Unternehmen bedeuten würde. Hinter solchen Angriffen kann aber auch ein Konkurrent stecken, der dem betreffenden Unternehmen wirtschaftlichen Schaden zufügen möchte, indem er für den Absturz von dessen Website sorgt (diese Art von Angriff stellt insbesondere für Unternehmen ein großes Risiko dar, die ihre Geschäfte über ihre Website abwickeln, wie eBay oder ähnliche Firmen).
Wie dem auch sei, Fakt ist, dass 85% der festgestellten Fälle von Computerkriminalität heutzutage einen finanziellen Hintergrund haben.
Dieser gewaltige Anstieg lässt darauf schließen, dass die Anzahl der in Zombies umfunktionierten Computer extrem hoch sein muss. Das Hauptproblem mit diesen sog. Robotern ist, dass Sie gar nicht wissen, dass Ihr Computer infiziert ist. Ein inaktiver Roboter - auch als Zombie bezeichnet - kann über eine E-Mail, eine geöffnete Hintertür im System oder den Download eines in Ihren Augen praktischen Programms installiert werden. Ist der Zombie erst einmal installiert, funktioniert Ihr Computer möglicherweise etwas langsamer als gewohnt. In vielen Fällen ist jedoch kaum festzustellen, ob ein Computer infiziert ist.
Dies sowie die Tatsache, dass es für ein Unternehmen fast unmöglich ist, sich vor DDoS-Angriffen zu schützen, scheinen die „Zombie-Kriminalität“ zur idealen und fast unfehlbaren Methode für IT-Verbrecher zu machen. Da die Anforderungen, die an das Angriffsziel gesendet werden, legal sind, gibt es keine Möglichkeit, sie aufzuhalten oder zu verhindern, dass sie auf die Website des Unternehmens gelangen. Die Anzahl solcher Angriffe kann einzig und allein reduziert werden, indem verhindert wird, dass ein Computer zum Zombie umfunktioniert wird. Eine Antivirenlösung und persönliche Firewalls sorgen dafür, dass Ihr Computer geschützt ist und Hacker keine Chance haben, darauf Roboter zu installieren.
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