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Sommer, Sonne und süße Sünden verbinden die meisten Leute mit Glück und harmlosen Freuden. Die wenigsten Menschen, die unter wolkenlosem Himmel an ihren Notebooks arbeiten - ob sie nun im Park liegen, in der Cafeteria sitzen oder sich im Ferienhaus erholen -, machen sich Gedanken über Hacker und Computerspione. Doch Diebe machen keinen Betriebsurlaub! Und es gibt eine Menge Übeltäter unter der Sonne.
Viele Computernutzer schätzen die Unabhängigkeit, die kabellose Geräte bieten. Die meisten von ihnen sind sich der Gefahren durch IT-Kriminalität bewusst und haben auf ihren Bürocomputern Programme installiert, die ausreichenden Schutz vor Viren und anderen Schadprogrammen bieten. Doch im Sommerurlaub wird Sicherheit bei Internetverbindungen leider nicht sehr groß geschrieben; man neigt wohl zu der Annahme, dass Hacker und Spione auch mal Ferien machen müssen.
Während gewöhnliche Diebe sich auf die leer stehenden Häuser zur Osterzeit freuen, finden Internettäter Gefallen an ungesicherten Netzwerken in den Sommermonaten. Ein jüngst in der Zeitschrift „New Scientist“ veröffentlichter Artikel besagt, dass in rund 70 % aller Unternehmensnetzwerke Daten unverschlüsselt über die Leitungen gehen. Konsequenz dieser Nachlässigkeit: Mitarbeiter, die im Urlaub per Remoteverbindung auf das Firmennetzwerk zugreifen, dienen potenziellen Hackern und Computerspionen unter Umständen als Wegbereiter und machen ihnen die Sache leicht.
Amerikanische Studien belegen, dass selbst IT-Administratoren, die am Arbeitsplatz mit großer Umsicht walten, bei Computern von Heimarbeitern und drahtlosen Netzwerken zur Schludrigkeit neigen. Die Benutzer werden nicht richtig über die Gefahren von drahtlosen Netzwerken und Mobilgeräten aufgeklärt und wissen oft nicht, dass Heimcomputer ebenso regelmäßig aktualisiert werden müssen wie die Computer am Arbeitsplatz. Das amerikanische Internetunternehmen Cyber-Defence hat einen dramatischen Anstieg an so genannten Brute-Force-Angriffen („mit roher Gewalt“) beobachtet. Bei dieser Art von Angriff versuchen Hacker in ein System einzudringen, indem sie eine Unmenge zufälliger Kombinationen ausprobieren, in der Hoffnung, dass eine davon vielleicht der Schlüssel ist, die den Zugang zum System ermöglicht. Ein Administrator fand bei der Überprüfung seines Zugriffsprotokolls Belege für über 1000 Versuche dieser Art, die in nur 30 Tagen stattfanden.
Aktuelle Studien der National High Tech Crime Unit kommen zu dem Schluss, dass 2003 über 80 % aller größeren Unternehmen irgendeiner Form von Computerangriff ausgesetzt waren. Und die Gefahr kommt weit seltener von außerhalb als man gemeinhin annimmt. Auch unzufriedene Angestellte oder frühere Mitarbeiter sind Risikofaktoren für Unternehmen. Ein Bericht aus Großbritannien konstatiert, dass fast ein Drittel aller britischen Unternehmen Angriffen von Insidern ausgesetzt war.
Die neuesten Tendenzen weisen eindrücklich darauf hin, dass es nicht ratsam ist, ohne die notwendigen Schutzmaßnahmen in Urlaub zu gehen, da Hacker und Computerkriminelle ihre Aktivitäten in der Urlaubszeit nicht einfach einstellen. Bleibt festzustellen, dass Malware immer „schlauer“ wird und dass Hacker infolge ökonomischer Anreize mit immer größerer Zielstrebigkeit vorgehen. Spionage, Identitätsdiebstahl und die Überwachung von Tastatureingaben sind nur einige der konkreten Gefahren, auf die Sie sich einstellen müssen. Ganz zu schweigen davon, was passieren könnte, wenn Sie aus dem Urlaub zurückkommen und die Verbindung zum Firmennetzwerk wieder herstellen. Wenn Ihr PC infiziert ist, können Sie das gesamte Firmennetzwerk infizieren.
Das größte Problem, das sich bei der Arbeit mit „anschlusslosen“ Geräten im Sommerurlaub ergibt, ist, dass Sie vermutlich keine Möglichkeit haben, Updates für Ihr Antivirenprogramm aus dem Firmennetzwerk herunterzuladen. Ein Antivirenprogramm ist die unentbehrlichste aller Sicherheitsvorkehrungen, und Sie sollten unbedingt Sorge dafür tragen, dass Sie das Programm auch während Ihres Urlaubs aktualisieren können.
Nicht minder umsichtig sollten Sie bei der Wahl der Orte vorgehen, an denen Sie Ihre portablen Geräte deponieren. Denken Sie daran, dass ein kleiner Speicherstick schnell „Füße bekommt“ oder noch öfter einfach vergessen wird.
