Was kommt als nächstes für die 400 Millionen Nutzer von Windows XP?

altVon Bjørn Lilleeng , Technical Integration Manager

Für Windows XP, die wahrscheinlich am meisten geliebte Windows-Version überhaupt, nähert sich das Ende ihrer Lebensdauer. Microsoft hat offiziell angekündigt, dass der 8. April der letzte Tag sein wird, danach stellt Microsoft den Support für dieses Betriebssystem ein.

Als XP im Oktober 2001 veröffentlich wurde, war es wirklich sehr attraktiv. Mit seinen vielen Sicherheitsmängeln wurden Windows 98 und Windows ME für professionelle Anwender als unzureichend empfunden. Hauptsächlich wurde deshalb Windows 2000 verwendet, welches Ende 1999 veröffentlich wurde.

Rückblickend scheint es so, dass XP zum perfekten Zeitpunkt erschien. Es sah hübsch aus, hatte ein solides Sicherheitsmodell für diese Zeit und eine bessere Unterstützung für USB-Ports als Windows 2000. Schneller Benutzerwechsel machte vieles bequemer für Multi-User -PCs. Es benötigt mehr oder weniger die gleiche Menge an Ressourcen wie Windows 2000 und Ende 2001 hatten bereits genug Menschen geeignete Hardware für XP. Und auch heute noch ist Windows XP so beliebt, dass es nach ZDNet noch auf zwischen 25 und 33 Prozent aller Desktop-PCs der Welt verwendet wird. Für viele Benutzer funktioniert XP einfach gut.

Dies bedeutet, dass viele Unternehmen nur ungern in Windows 7 oder Windows 8 investieren wollen, neue Hardware kaufen möchten oder ihre Mitarbeiter auf Schulungen schicken. Viele glauben, dass ihre XP- basierte Umgebung gut genug für Sie funktioniert.

Aber auch wenn Windows XP über mehrere Service Packs (das letzte im Jahr 2008, SP3) aktualisiert wurde und ständig neue Patches geliefert wurden, steht XP jetzt einer völlig anderen Welt im Vergleich zu 2001 gegenüber. Die Zahl der Internet-Nutzer ist etwa acht Mal höher als damals und aktuelle Malware ist viel anspruchsvoller als die Malware im Jahr 2001. Tatsache ist, dass XP einfach nicht gegen die Gefahren moderner Angreifer gewappnet ist.

Der Microsoft Security Intelligence (SIR 15) Bericht bestätigt ebenfalls dieses Problem. Es zeigt, dass Windows XP Rechner sechs Mal häufiger gehackt werden im Vergleich zu Windows 7/Windows 8. Nach dem 8. April wird dieses Problem noch deutlicher sein, da keine Sicherheits-Patches mehr für Windows XP freigegeben werden. Wenn ich ein Hacker wäre, würde ich auf jeden Fall meine Attacken auf XP richten. Zu wissen, dass jede entdeckte Schwachstelle in XP nach dem 8. April nicht mehr gepatcht wird, ist ohne Zweifel eine große Versuchung für die meisten Hacker.

Laut Gartner Group nutzen mehr als 90 % aller Cyber- Angriffe Sicherheitslücken, für die bereits ein Patch verfügbar ist. Das Problem ist, dass es durchschnittlich etwa 40 Tage dauert, um Patches zu implementieren. Diese Lücke wird geschickt von Hackern verwendet. Bei Windows XP gibt es keinen Weg, um Sicherheitslücken überhaupt in naher Zukunft zu sanieren. Im schlimmsten Fall könnte es sogar möglich sein, solche Schwachstellen auszunutzen, um große XP -basierte Netzwerke stillzulegen.

Die Frage, die nun aufkommt: Wird Microsoft das zulassen? Wird Microsoft tatsächlich nach dem 8. April in einer Krisensituation keine Patches mehr für XP produzieren? Das bleibt abzuwarten, aber ich sehe wirklich nicht, wie man das vermeiden könnte. 400 Millionen XP-Benutzer können nicht für eine Weile verschwinden. Vielleicht entsteht dadurch auch ein potenzieller Markt für andere Unternehmen, die Patches anbieten, nachdem Microsoft die Ausstellung von Sicherheits-Patches für XP beendet hat.

Wir sollten unser Bestes tun, um so schnell wie möglich Abschied von Windows XP zu nehmen und auch andere ermutigen, dies zu tun. Es war eine schöne Reise mit Windows XP, aber die ist nun wirklich vorbei.