Norman SandBox Analyzer Pro ist eine GUI-Konsolenanwendung für die Analyse von ausführbaren WIN 32 PE- und anderen Dateitypen, die eingebetteten ausführbaren Exploit-Code enthalten. Beim Arbeiten mit Norman SandBox Analyzer Pro stehen dem Analysten eine Vielzahl von Funktionen zur Verfügung, mit denen er schnell die SandBox-Umgebung und den Zielcode analysieren und manipulieren kann. Der Analyst kann Dateien und Änderungen am simulierten SandBox-Betriebssystem untersuchen und so die gesamte Auswirkung der entsprechenden Datei sehen, die diese auf einen „echten Computer“ hätte.
Norman SandBox ist die Hauptkomponente von Norman SandBox Analyzer Pro. Dieses Modul ist kompatibel mit Windows-Funktionen wie Winsock, Kernel und MPR und unterstützt überdies Netzwerk- und Internetfunktionen wie HTTP, FTP, SMTP, DNS, IRC und P2P. Die Komponente ist also ein voll simulierter, innerhalb der Norman SandBox Analyzer Pro-Anwendung isolierter Computer.
Die zu analysierende Datei wird auf der simulierten Festplatte abgelegt und in der simulierten Umgebung gestartet. Innerhalb der simulierten Umgebung kann die Datei vollkommen frei agieren. Sie kann Dateien infizieren und löschen. Die Datei kann sich selbst über Netzwerke kopieren und eine Verbindung mit einem IRC-Server herstellen. Sie kann E-Mails senden und Abhörports einrichten. Sämtliche Aktionen werden von Norman registriert, da sie tatsächlich vom Emulator auf Basis des in der Datei enthaltenen Codes ausgeführt werden. Auf einer echten CPU wird außer für die Antiviren-Emulator-Engine kein Code ausgeführt. Sogar die Hardware im simulierten PC wird emuliert.
Mit Norman SandBox Analyzer Pro können Benutzer umfangreiche Analysen von Dateien erstellen. Die für den Benutzer verfügbaren Funktionen während der Analyse sind u. a.:
Vollständige Kontrolle
SandBox Analyzer Pro ist eine speziell auf bösartigen Code ausgelegte Debugging-Anwendung. Norman versteht die Notwendigkeit seitens der Benutzer, sich ausführbaren Code und seine Funktionsweise anzusehen und daraufhin mit ihm interagieren und ihn manipulieren zu können. Die Software, Hardware, wie z. B. Register, CPU und Speicher, und Netzwerkaktivitäten der SandBox können vollständig vom Analysten kontrolliert werden.
Disassemblierung
Im Disassemblierungsfenster kann der Analyst den disassemblierten Code jeder Anwendung anzeigen. Herkömmliche Standard-Debugging-Funktionen, wie den Code in Schritte zu unterteilen und zu parsen, Anweisungen einzufügen und zu ändern und Haltepunkte zu setzen, stehen dem Analysten ebenfalls zur Verfügung. Erweiterte Debugging-Funktionen wie die Möglichkeit, ein Backup zu erstellen oder eine Reverse-Simulation durchzuführen, sind in Analyzer Pro aktiviert.
Speicherauszug
In der Ansicht für den Speicherauszug kann jeder beliebige Speicherbereich angezeigt werden. Der Benutzer kann jede Speicheradresse durchsuchen, Haltepunkte am Speicher setzen und Speicher als Text, dWords, Bytes oder Shorts anzeigen. Wie bei allen Ansichten können die dargestellten Informationen aus dieser Ansicht durchsucht, kopiert und in Protokollen gespeichert werden.
API-Protokoll und Zusammenfassung
Der zusammenfassende Bericht der SandBox bietet einen kurzen Überblick über potenzielle böswillige Aktivitäten der Malware in Textform. Im API-Protokoll-Fenster, das detaillierte Informationen enthält, findet der Benutzer eine umfassende Liste der Systemaufrufe für jede Anwendung. Mithilfe dieser Ansichten erhält der Analyst einen generellen Überblick über alle von der Datei ausgeführten Aktionen. Obwohl diese Informationen für viele Untersuchungen häufig schon ausreichen, verschaffen sie dem Analysten doch wertvolle Hinweise, um den Code auch auf einer niedrigeren Ebene ohne viel Zeitaufwand zu debuggen.
Direkte Internetverbindung
Mit Live Internet Communicator (LIC) ist es möglich, dass alle Verbindungen oder Anwendungen, die innerhalb von Analyzer Pro geprüft werden, auf das Internet zugreifen und die resultierenden Netzwerkaktivitäten überwacht und analysiert werden können.
Die Funktionen von LIC ermöglichen dem Analysten, die Anwendung während des Herunterladens von aktiven Inhalten wie Spyware, URL-Adressen, Authentifizierungsinformationen etc. zu untersuchen. Analyzer Pro ist sogar in der Lage, die Internetkommunikation zwischen Bots und dem Command and Control-(C&C-)Botnetserver zu analysieren. Während der Kommunikation des C&C mit dem Slave-Bot kann der Analyst mithilfe von Analyzer Pro Netzwerkpakete beim Senden und Empfangen abfangen und ändern. Dadurch erhält der Benutzer einen transparenten Einblick in das Ausmaß derartiger Bedrohungen.
Die LIC-Funktionen können über einen Netzwerkregeleditor oder in Echtzeit konfiguriert und verwendet werden. LIC weiß dann, wie es mit bestimmten Knoten, Adressen, Anwendungen oder Protokollen zu verfahren hat. Regeln können hinzugefügt, bearbeitet oder entfernt werden. Sie agieren als Filter und liefern die erforderlichen benutzerdefinierten Informationen.
Exploit-Code
SandBox Analyzer-Produkte können nun nicht mehr nur ausführbaren Code, sondern auch in Microsoft Office versteckten Exploit-Code sowie andere bekannte Exploit-Dateiformate erkennen und analysieren. Das Ausführen von beliebigem Code wird täglich ein größeres Problem, insbesondere dann, wenn dies in Form von Day-Zero-Angriffen stattfindet. Durch die Möglichkeit, diese Angriffe mithilfe der SandBox-Technologie von Norman schnell zu verstehen, wird Analysten viel Mühe erspart, ganz zu schweigen von den Folgen für Benutzer und Organisationen, die dadurch vermieden werden können.
Erweiterte Packer-Unterstützung
Packer werden immer häufiger verwendet; der Trend entwickelt sich in Richtung komplexerer Schutzmechanismen wie Themida, Enigma und Slovak Protector (SVKP). Diese Technologien sind sowohl als kostenlose als auch als Vollversion erhältlich, wodurch jeder Malware-Autor, der nicht über die Fähigkeit verfügt, sich selbst verteidigenden Code selbst zu schreiben, diesen einfach in seine schädlichen Anwendungen integrieren kann. Im Allgemeinen stellen Packer und Schutzmechanismen kein Problem für die SandBox dar. In einem vollständig emulierten Windows-System durchläuft die ausführbare Datei einfach die Schutzmechanismen wie auf einem realen System.
Rootkits
Die Norman SandBox erkennt Rootkit-Aktivitäten, wenn bösartiger Code versucht, eigenen Code oder benutzerdefiniertes Verhalten in andere Anwendungen, Treiber oder das SandBox-Host-Betriebssystem einzuschleusen.

