Der Titel bezieht sich nicht, wie vielleicht zu vermuten wäre, auf das frühere PC-Betriebssystem DOS. Es handelt sich vielmehr um einen dieser Neologismen, die heutzutage immer häufiger anzutreffen sind. Kaum ein anderer Bereich bringt so viele Wortneuschöpfungen hervor wie die IT-Sicherheit.
Der Begriff „DoS-Ereignis“ bezieht sich im Kontext dieses Sicherheitshinweises auf ein spezielles Ereignis, das zu einem Denial of Service (DoS) führen kann.
Eine noch präzisere Abkürzung dafür ist „DDoS-Ereignis“ – Distributed Denial of Service. Diese wird im Folgenden verwendet. Der Begriff beschreibt ein Ereignis, bei dem Systeme und Netzwerkdienste so attackiert werden, dass einige oder sogar alle Systeme, die mit diesem Ereignis in Zusammenhang stehen, durch Überlastung ausfallen. Diese Überlastung entsteht normalerweise durch eine übergroße Zahl von Aufrufen verschiedenster Art und unterschiedlichen Ursprungs. Deshalb wurde das Akronym um ein „D“ für „distributed“ erweitert.
Wahrscheinlich hat jeder von uns schon einmal ein DDoS-Ereignis erlebt. Die meisten von uns waren sicherlich unschuldig Beteiligte bei einem solchen „Angriff“.
Beispiele für mögliche DDoS-Ereignisse:
Bei den meisten der oben aufgeführten DDoS-Szenarien tritt vor dem eigentlichen Ereignis höchstwahrscheinlich eine hohe Auslastung der verschiedenen Systeme auf. Die für die ausfallgefährdeten Systeme verantwortlichen Unternehmen werden Maßnahmen ergreifen, um die Infrastruktur zu stärken, zum Beispiel:
Diese Lösungen sind normalerweise nur temporär und daher recht kostspielig. Infolgedessen wird der Bedarf an zusätzlicher Infrastruktur meist eher zu niedrig eingeschätzt.
Ein DDoS-Ereignis kann jedoch auch Auswirkungen auf die Sicherheit des Unternehmens haben, die für das System verantwortlich ist. Da viele mögliche DDoS-Ereignisse schon Monate oder sogar Jahre im Voraus absehbar sind, bietet sich für Personen oder Organisationen, die es auf ein bestimmtes Unternehmen abgesehen haben, eine ideale Gelegenheit für eine konzertierte Aktion.
Die Gründe für einen DoS-Angriff auf die Systeme eines Unternehmens können vielfältig sein. Es gab bereits einige Fälle, in denen es um reine Erpressung ging. Der Tenor der Nachricht an das betroffene Unternehmen klingt dann so oder ähnlich: „Wenn Ihr uns nicht viel Geld zahlt, legen wir Euer Online-Bestellsystem lahm, wenn Ihr das neue Produkt zum Herunterladen zur Verfügung stellt.“. Es sind Fälle bekannt, in denen Firmen dieses Risiko nicht eingehen wollten und den erpresserischen Forderungen nachgaben.
Ein Unternehmen, bei dem ein DDoS-Ereignis zu befürchten ist, ist sehr viel anfälliger für eine Vielzahl von Angriffen vor und insbesondere während des Ereignisses. Die Hauptaufmerksamkeit gilt dem Ereignis; daher leidet leicht die Sorgfalt in anderen Bereichen – auch bei der Sicherheit.
Hier einige Beispiele für Schwachstellen:
Generell sollten Unternehmen, die für ein künftiges DDoS-Ereignis in Frage kommen, nicht alle Ressourcen dafür abstellen. Personen oder Organisationen, die es – aus welchen Gründen auch immer – auf ein solches Unternehmen abgesehen haben, bietet sich vor und während des Ereignisses die ideale Gelegenheit für einen Angriff. Zumindest sollte ein Unternehmen, das Sicherheitsschwächen aufweist, die Sicherheitsvorkehrungen ausbauen, wenn ein DDoS-Ereignis ins Haus steht.