
Die Möglichkeit zum Informationsaustausch und zur Verknüpfung von Ressourcen aus vielen verschiedenen Quellen ist einer der Gründe, die das Internet zu einem so hervorragenden Tool für Unternehmen, den öffentlichen Sektor und Privatanwender machen.
Seit den Anfängen des Internets, als es nur relativ wenige Hostserver für die Bereitstellung von Informationen gab, hat sich einiges geändert, und mit der Einführung neuer Computer und neuartiger Dienste ist die Zahl der Server exponentiell gestiegen.
Auch kostenlose Software zum Einrichten von Computern als Internetressource gibt es schon seit langem. Bisher gestaltete sich dies jedoch so komplex, dass viele Anwender den Schritt vom Computer zur Internetressource mangels spezifischer Fachkenntnisse gar nicht erst wagten. Das könnte sich jetzt jedoch ändern.
Opera Unite ist eine neue Initiative von Opera Software, dem Entwickler des Webbrowser Opera, und ist für eine Vielzahl von Geräten erhältlich.
Nach aktuellem Stand dieses Artikels steht die Alphaversion von Opera Unite als Testversion zum Download zur Verfügung. Es lohnt sich auch, einen Blick in die von Opera Software veröffentlichten Informationen zu Funktionalität und Verwendungszweck von Opera Unite zu werfen.
Einige Auszüge aus der dedizierten Website des Projekts geben einen Einblick in die Funktionen von Opera Unite, u. a.:
Um es mit den Worten von Lawrence Eng, Produktanalyst bei Opera Software, zu sagen:
„Mit Opera Unite kann jeder Anwender Content und Services ganz ohne technische Vorkenntnisse direkt über den eigenen Computer bereitstellen und freigeben (...)
Bei den Opera Unite-Services sind nahezu keine Grenzen gesetzt. Entwickler, Firmen, Unternehmer, Endanwender und einfach jeder mit einer festen Vorstellung davon, wie das wahre soziale Web aussehen soll, kann seine Vorstellung in die Tat umsetzen und die Anwendungen der nächsten Generation entwickeln, die die Menschen auf eine ganz neue Art und Weise zusammenführen werden.“
Es handelt sich dabei um ein sehr ehrgeiziges Konzept, bei dem das Internet als Verbindungsmedium zwischen allen Anwendern dienen soll und das gute Chancen hat, sich durchzusetzen. Doch es birgt auch eine potenzielle Gefahr ...
Daher überrascht es nicht, dass dies auch das Thema unseres heutigen Sicherheitsartikels ist.
Die Funktionsweise von Opera Unite lässt sich in wenigen Worten erklären: Nach der Installation der nächsten Generation des Opera-Browsers (Version 10) haben Sie über eine Menüoption des Browsers auch folgende Möglichkeiten:
Opera Unite macht gewissermaßen jedem Anwender Funktionen zugänglich, die bisher nur Benutzern mit mindestens einem Minimum an technischen Vorkenntnissen vorbehalten waren.
Ein Konzept wie Opera Unite bringt zwei völlig unterschiedliche Sicherheitsprobleme mit sich, die wir im Folgenden unabhängig voneinander besprechen werden.
Wie bereits in verschiedenen früheren Sicherheitsartikeln erwähnt gibt es einen ständigen Konflikt zwischen Benutzerfreundlichkeit/Funktionalität und Sicherheit. Und nahezu jede Anwendung, die jemals entwickelt wurde, hat diesen Konflikt durchlaufen. Ein größerer Funktionsumfang bedeutet gleichzeitig auch mehr Sicherheitsprobleme. Bei vorkonfigurierten Anwendungen sind die Standardeinstellungen oft bereits vordefiniert. Diese Standardeinstellungen sind jedoch möglicherweise weniger auf Sicherheit ausgelegt, als wenn die Anwender das System selbst konfigurieren würden.
Man braucht sich nicht genau in der technischen Implementierung von Opera Unite auszukennen, um davon auszugehen, dass dieses Produkt ein beliebtes Angriffsziel für Hacker sein wird. Ein ganz neues Terrain mit einer riesigen Anzahl von Computern ist einfach eine zu große Verlockung für Hacker, wenn Sicherheitslücken in den Anwendungen entdeckt und ausgenutzt werden.
Opera Software ist sich dessen natürlich bewusst und wird vermutlich alles daran setzen, ein so sicheres Produkt wie nur möglich auf den Markt zu bringen. Aber da ist eben noch das Problem, das wir im ersten Satz dieses Kapitels erwähnt haben: der Konflikt zwischen Sicherheit und Funktionalität ...
Das andere Sicherheitsproblem betrifft die Benutzer des Systems selbst.
Insbesondere wenn die neue Funktionalität unerfahrenen Benutzern angeboten wird, kann die Sicherheit aus Begeisterung über all die tollen Funktionen leicht ins Hintertreffen geraten. Dass bei einer solchen Funktionalität Vorsicht geboten ist, wird im Eifer des Gefechts bei der Einrichtung des Systems und der Verwendung der Services schnell einmal vergessen.
Beispiel:
Wenn das Opera Unite-System den erwarteten Anklang findet und genügend Anwender für sich gewinnen kann, wird das System definitiv ins Visier von Hackern und anderen Kriminellen geraten, die versuchen werden, die Anwender auf die eine oder andere Art anzugreifen.
Das Potenzial, eine völlig neue, riesige Gruppe von Computern unter die Hackerkontrolle zu bringen, ist zweifelsohne verlockend und wird viele Hacker veranlassen, nach neuen Sicherheitslücken zu suchen.
Opera Unite ist ein hoch interessantes Konzept mit dem Potenzial, eine noch engere Zusammenarbeit zwischen den Anwendern des Internets zu ermöglichen und so den Nutzen des Internets zu erhöhen.
Das Konzept birgt möglicherweise aber auch Sicherheitsrisiken, wobei das größte Sicherheitsrisiko vermutlich die Benutzer selbst sind.